Nachhaltiger Einkauf
"Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit."
Eric Schweitzer

 

Kinderspielzeug


Die Spielzeugindustrie setzt immer mehr auf Nachhaltigkeit. Doch was bedeutet "nachhaltiges Spielzeug"? Kinderspielzeug muss Kindern Spaß machen, ihre Kreativität und Geschicklichkeit fördern, aber ihre Gesundheit und Sicherheit nicht beeinträchtigen.

Nachhaltigkeit bei den Kinderspielwaren bedeutet, dass zusätzlich gewisse Aspekte berücksichtigt werden müssen:

  • Umweltschonendes Material aus natürlichen, nachwachsenden Materialien, z.B. Holz, Wolle, Baumwolle usw.
  • Sicherheit: In den Farben und Lacken sollten keine Schadstoffe enthalten sein
  • Langlebigkeit: das Spielzeug muss robust und reparierbar, sowie erweiterbar und kombinierbar sein
  • Sozial gerechte Arbeitsbedingungen: keine Kinder- oder Zwangsarbeit, keine Dumpinglöhne ("living wage"), Verzicht auf Einsatz von Chemikalien mit dem Gefährdungspotential der Mitarbeiter
  • Ökologische Aspekte: Vermeidung von Abfällen, sachgerechte Verwertung und Entsorgung, Spielzeug und Verpackung müssen recyclingfähig sein und mit Einsatz von Wasser und Energie sollte sparsam umgegangen werden.

Die Suche nach hochwertigem Spielzeug, das all diese Kriterien erfüllt, gestaltet sich als schwierig. Momentan fehlt auch das wünschenswerte ganzheitliche Nachhaltigkeitslabel für nachhaltiges Spielzeug aus der Sicht der Verbraucher. Außerdem erschwert sich die Suche nach dem vernünftigen hochwertigen Spielzeug durch das Fehlen der ausführlichen Produktkennzeichnungen. Verschiedene Siegel, wie zum Beispiel das Fair Spielt Siegel oder Euroblumen Siegel bieten eine Orientierung.

Fair spielt

Quelle: www.woek.de/web/cms/upload/partnerlogos/gross/logo_fair_spielt_2.gif

Die Aktion fair spielt setzt sich zusammen mit Partnerorganisationen in Europa und Asien für die Einhaltung grundlegender Arbeitsnormen und für die Beachtung der Menschenrechte bei der Spielzeugproduktion ein. Träger dieser Aktion sind zum Beispiel das Bischöfliche Hilfswerk Misereor und das Bündnis „Fair Toys“. Die meisten Produzenten von Spielzeug an die sich diese oben genannten Punkte richten sind Spielzeugfabriken in Asien. Dort sind zwölf bis vierzehn Stundentage in einer sieben-Tage-Woche keine Seltenheit. Zudem werden Mindestlöhne oft unterschritten und Arbeitsschutzvorschriften missachtet.

  • Da viele Spielzeuge aus Asien importiert werden, fordert die Aktion den deutschen Handel, sowie deutsche Spielzeughersteller dazu auf, darauf zu achten, dass bei der Spielzeugherstellung menschenwürdige Bedingungen herrschen. Dies können die Hersteller nachweisen, indem sie den Verhaltenskodex des International Council of Toy Industries (ICTI) selbst umsetzten und auch darauf achten, dass dieser Kodex bei ihren Lieferanten eingehalten wird.

Quellen:
www.icti-care.org/
www.fair-spielt.de/

Folgende Tipps können den Verbrauchern helfen, hochwertiges Spielzeug zu erkennen:

  • In der Regel erfüllt Holzspielzeug die höchsten ökologischen Kriterien. Wichtig ist hier zu beachten, dass die Produkte durch FSC oder PEFC Label ausgezeichnet sind. Es ist ein Zeichen, dass diese aus der nachhaltigen bzw. regionalen Waldwirtschaft kommen.
  • Die rote "spiel gut"-Plakette: http://www.spielgut.de kennzeichnet pädagogisch wertvolles Spielzeug, das zusätzlich auf Umweltverträglichkeit überprüft wurde.
  • Das billige Spielzeug ohne Angaben des Herstellers soll vermieden werden.
  • Das Spielzeug aus PVC sollte auch vermieden werden, da dieser Kunststoff erhebliche Umwelt- und Gesundheitsbelastungen mit sich bringt.
  • Das Kunststoffspielzeug aus Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) gilt als weniger bedenklich. Die Produktion kommt mit weniger schädlichen Zusätzen aus und die Materialien sind gut recyclebar.

Spielzeughersteller HABA

HABA ist ein holzverarbeitender Betrieb, der hochwertiges Kinder- und Kleinkinderspielzeug, Kinderspiele und Möbel herstellt. Der Beitrieb gehört zu einer Firmenfamilie Habermaaß und versteht sich als "Komplettausstatter" für Kinder. Die HABA-Produkte sind weltweit im gut sortierten Spielwarenfachhandel erhältlich.

HABA Spielzeug hat nicht nur ein schönes Design, sondern einen hohen Spielwert für Kinder. Die HABA Spielwaren sind über mehrere Generationen interessant. Der Spielwarenproduzent legt großen Wert darauf, dass die von ihm verwendeten Materialien unter ökologischen Gesichtspunkten hergestellt wurden. Für die Spielwaren verwendet HABA vor allem heimische Hölzer wie Ahorn und Buche. Die Farben der HABA Spielzeuge basieren auf Wasserbasis. Es kommen aber auch andere Materialien wie Stoff, Filz, Leder, Pappe oder Glas zum Einsatz. HABA hat eine große Vielfalt an Produkten.

In Deutschland wird HABA Holzspielzeug in Bad Rodach gefertigt. HABA verwendet das Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft der deutschen Wälder, die Lieferanten sind nach PEFC zertifiziert. Die natürlichen und mechanischen Eigenschaften dieser Hölzer eignen sich in Verbindung mit klaren Farben und Formen am besten für Kinderspielzeug.



Warensiegel für Spielwaren

Viele Spielzeughersteller setzen auf Holz, da es ein sehr robustes, langlebiges, natürliches Material ist. Wer nachhaltiges Holzspielzeug kaufen möchte, kann sich an der Zertifizierung orientieren. Es gibt zwei internationale Zertifizierungssysteme für nachhaltig bewirtschaftete Wälder, in denen das Ökosystem sowie der Rhythmus des natürlichen Baumwachstums berücksichtigt werden. Es sind FSC und PEFC.

FSC

Das Forest Stewardship Council (FSC) wurde 1993 im Zuge der damaligen Konferenz „Umwelt und Entwicklung“ , die im brasilianischen Rio de Janeiro stattfand gegründet. Die Organisation ist gemeinnützig und unabhängig. Mit dem Warensiegel des FSC werden Holzprodukte ausgezeichnet, die aus vorbildlich bewirtschafteten Wäldern stammen. Diese Waldbewirtschaftung richtet sich nach den strengen Umweltschutzauflagen, sowie hohen wirtschaftlichen und sozialen Standards, die weltweit gültig sind. Die Vergabe des Zertifikates ist dabei an 10 Prinzipien Indikatoren geknüpft. Das FSC erteilt zwei verschiedene Arten von Zertifikaten:

  • Zum einen gibt es ein Zertifikat für Forstbetriebe und zum anderen eines für Verarbeitende Betriebe und den Handel.
  • Während die Standards für Forstwirtschaftliche Betriebe durch Nationale Arbeitsgruppen den jeweiligen nationalen und regionalen Begebenheiten im Detail angepasst werden, sind die Standards für die Verarbeitenden Betriebe und dem Handel weltweit allgemeingültig.
  • Die allgemeingültigen FSC- Standards müssen hierbei über die gesamte Produktkette eingehalten werden. So muss zum Beispiel gewährleistet sein, Unternehmen, die an der Produktkette beteiligt sind alle nach FSC-STD-40-004 zertifiziert sind.
  • Desweiteren muss gewährleistet sein, dass das FSC zertifizierte Holzerzeugnisse getrennt verarbeitet und gelagert werden.
  • Die Zertifizierung der Unternehmen erfolgt durch unabhängige Organisationen, die zuvor von dem FSC akkreditiert wurden.
  • Bei einer Überprüfung muss jeder Indikator vollständig geprüft werden. Indikatoren, die nicht erfüllt oder nur unzureichend erfüllt sind, werden in einem Prüfbericht von dem jeweiligen Zertifizierer festgehalten.
  • Verstöße gegen Indikatoren werden dabei in grobe- und geringe Verstöße unterschieden. Diese Unterscheidung ist besonders wichtig im Hinblick auf die Erstauditierung. Grobe Verstöße schließen die Erteilung des Zertifikates so lange aus, bis sie korrigiert sind aus, wohingegen bei geringen Verstößen das Zertifikat erteilt werden kann.

Gesichtspunkte Grobe Verstöße Geringe Verstöße
Zeitraum lange kurzzeitig
Absicht regelmäßig oder systematisch, es sind große Flächen betroffen unbeabsichtigt oder nicht systematisch
Korrektur bei vorhandenem Zertifikat innerhalb von max. 3 Monaten innerhalb von max. 12 Monaten

Quelle: www.fsc-deutschland.de/images/stories/Document-Exchange/Wald/Standards/deutscher%20fsc-std_2_2_layout_web.pdf Seite 6

Quellen:
www.fsc-deutschland.de/images/stories/Document-Exchange/Wald/Standards/deutscher%20fsc-std_2_2_layout_web.pdf
www.fsc-deutschland.de/index.php?option=com_content&view=article&id=123&Itemid=160.
www.fsc-deutschland.de/images/stories/Document-Exchange/Firmen/coc/infomaterialien/2010_10_28_die_fsc_produktkettenzertifizierung_ueberblick.pdf.

Hier gelangen Sie zu Produkten die das FSC-Siegel tragen:
http://deutschland.fsc-products.org/search/index.php?lang=de
www.green4kids.de/Unbedenkliche-Artikel-Nach-Art/Kugelbahn-aus-FSC-Holz

PEFC

Das Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC) basiert inhaltlich auf den internationalen Beschlüssen der Nachfolgekonferenzen der Umweltkonferenz von Rio de Janeiro im Jahre 1992. Die nachfolgenden Beschlüsse erfolgen 1993 in Helsinki, 1998 in Lissabon und 2003 in Wien. Im Vordergrund dieses Siegels steht die Dokumentation und die Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung. Die Waldbewirtschaftung soll damit den drei Dimensionen der Nachhaltigkeit, Ökologie, Ökonomie und dem sozialen Part gerecht werden. Die Wälder sollen für zukünftige Generationen erhalten werden.

  • Die Zertifizierung und Kontrolle erfolgt jährlich durch unabhängige Gutachter. Zertifiziert wird dabei der gesamte Produktherstellungsprozess, vom Rohstoff bis hin zum Endprodukt. In Deutschland sind derzeit ca. 7,3 Millionen Hektar PEFC-Zertifiziert. Das PEFC-Siegel garantiert, dass nur so viel Holz geschlagen wird, welches auch wieder nachwächst.
  • Es findet eine kontinuierliche Aufforstung statt. Der Lebensraum Wald soll für Pflanzen und Tiere als sicherer Lebensraum erhalten bleiben und den Fortbestand der Artenvielfalt sicherstellen.
  • Außerdem existieren hohe Anforderungen in Sachen Arbeitssicherheit.
Quellen: www.pefc-siegel.de
www.foresteurope.org/ger/Ministerkonferenzen
/www.pefc-siegel.de/versprechen/garantie.html

Hier gelangen Sie zu Produkten die das PEFC-Siegel tragen:

pefc.de/einkaufsratgeber.html

PEFC ist gegen Ende der 1990er Jahre von Vertretern der Forst- und Holzwirtschaft gegründet worden und basiert inhaltlich auf den Vereinbarungen, die durch die Europäischen Ministerkonferenzen zum Schutz der Wälder festgelegt wurden. Verschiedene Umweltorganisationen, Sozialverbände, die Holzwirtschaft u.a. Vereinigungen beteiligen sich bei PEFC. Alle am Wald Interessierten dürfen am Gestaltungsprozess mitzuwirken.

Seit 2009 kann das Siegel "Blauer Engel" als eine zuverlässige und vertrauenswürdige Kennzeichnung an die Holzspielwaren vergeben werden. Der Siegel steht für schadstofffreie, gesundheitlich unbedenkliche Holzprodukte und garantiert, dass das Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft stammt. Wie alle Waren und Dienstleistungen, die den Umweltsiegel tragen dürfen, müssen Holzspielwaren den hohen Ansprüchen an den Gesundheits- und Umweltschutz standhalten.

So müssen diese frei von synthetischen Duftstoffen, Flammschutzmitteln und Holzschutzmitteln sein. "Hinter dem "Blauen Engel" stehen das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, die Jury Umweltzeichen, die RAL GmbH sowie das Umweltbundesamt."

www.blauer-engel.de/




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