Nachhaltiger Einkauf
"Bei allem, was man tut, das Ende zu bedenken, das ist Nachhaltigkeit."
Eric Schweitzer

 

Textilien

Green Fashion

Wir stellen an unsere Kleidung den Anspruch uns vor klimatischen Einflüssen und Verletzungen zu schützen. Sie soll uns eine ausreichende Wärmeisolation gegen Kälte bieten und bei körperlicher Belastung Feuchtigkeit speichern und nach außen abgeben. Doch ist Kleidung mehr als eine Ansammlung von Funktionalitäten.


Wie wir uns Kleiden ist auch ein Ausdruck unserer Persönlichkeit und Individualität. Wir prüfen sorgfältig aber häufig unbewusst, ob die Kleidung zu unserem individuellen Stil passt. Doch denken wir wirklich darüber nach wer die Hose genäht oder wie der Pullover gefärbt wurde? Welche Rohstoffe wurden verwendet und wie sind die Arbeitsbedingungen in den Hauptproduktionsländern von Baumwolle?


Die Kleidungs- und Textilindustrie gehört weltweit zu den größten Umweltverschmutzern. Der enorme Wasserverbrauch, sowie der übermäßige Einsatz von Düngemitteln und Schädlingsbekämpfern gefährden nicht nur die Umwelt sondern auch die Gesundheit der Menschen die auf Baumwollplantagen ect. in Entwicklungsländern arbeiten. Der Chemieeinsatz bei der Produktion von Textilien ist ca. 8 mal so hoch wie in der Nahrungsmittelindustrie. Um ein T-Shirt zu produzieren, werden tausende Liter Wasser benötigt. Flüsse und Seen in den Anbaugebieten versiegen und es fehlt den Menschen an Trinkwasser.


Da die meisten Umweltschäden bei der Produktion der Kleidung, nicht aber beim eigentlichen Tragen entstehen, ist es wichtig genau dort anzusetzen. Nicht zu vergessen sind die langen Transportwege, die die Kleidungsstücke rund um den Globus zurücklegen. Beim Bleichen und Färben der Textilfasern sowie bei der Veredelung und Weiterverarbeitung der Stoffe werden die verschiedensten Chemikalien, darunter Schwermetalle, Formaldehyde und viele Chlorverbindungen verwendet. Da die Kleidung direkt auf der Haut getragen wird, lässt sich der direkte Kontakt mit den Chemikalien nicht vermeiden und dies kann zu Hautunverträglichkeiten und Problemen führen. Deshalb sollten möglichst wenige Chemikalien wie Schwermetalle oder optische Aufheller bei der Weiterverarbeitung der Rohstoffe benutzt werden.


Achten Sie bei ihrem Einkauf auf das Kürzel kbA. Dies steht für kontrollierten, biologischen Anbau. Baumwolle die so gekennzeichnet ist wurde vollständig ohne chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel angebaut.


ACHTUNG!


Die Kennzeichnung „handgepflückt“ oder „aus unbehandelter Baumwolle“ sagen nichts über die Umweltverträglichkeit der Baumwolle aus.
Wie bereits in der Kategorie Lebensmittel erwähnt wurde, ist es wichtig nicht nur ökologische sondern auch soziale Aspekte zu beachten. Achten sie stets auf das FairTrade-Siegel welches für soziale Gerechtigkeit, Mindestlöhne und menschenwürdige Arbeitsbedingungen steht.

 


Soziale Arbeitsbedingungen/Fairer Handel


Bei der Herstellung von Kleidung sollen die Hersteller und Händler gewisse Sozial- und Umweltstandards einhalten. Durch den globalen Wettbewerbsdruck in der Textil- und Bekleidungsindustrie, welcher weltweit zugenommen hat, drängt der Preisdruck die Hersteller und Händler und hat ebenfalls massive Auswirkungen auf die Arbeits- und Umweltbedingungen in den Produktionsstätten. Der immense Preiskampf drängt immer mehr Hersteller aus Deutschland in Billiglohnländer. Dies verursacht zusätzliche Energieaufwendungen für lange Transportwege und die Lagerung der Textilien.


Es ist nicht selten, dass ein Pullover in unserem Kleiderschrank bereits ein Strecke von 50 000 km hinter sich hat. Die Baumwolle aus Kasachstan wird in Indien zu Garn verarbeitet, anschließend in die Philippinen geschickt um dort gefärbt zu werden und die Reise in Polen fortzusetzen in welcher die Garne dann gewebt werden. Danach werden Kleider in China genäht und in Italien werden diese mit Knöpfen versehen. Zuletzt werden die Herstellungsschilder in Rumänien eingenäht und schließlich nach Deutschland transportiert um die Kleidungsstücke in den Kaufhäusern anzubieten.


Die Auswirkungen des Preisdruckes auf die Arbeits- und Umweltbedingungen in den Produktionsstädten führt dazu, dass soziale und ökologische Anforderungen häufig nicht beachtet werden. In Entwicklungsländern sind Arbeitstage von 17 Stunden zu einem Hungerlohn keine Seltenheit. Die Arbeiter sind zusätzlich gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt und können nicht einmal ihre Existenz sichern. 


Um ihre Arbeitsplätze nicht zu gefährden und dem Druck standzuhalten wird bis an die Grenzen des menschenmöglichen gearbeitet. Die Arbeiterinnen nehmen Aufputsch- und Schmerzmittel, um den Arbeitstag zu überstehen. Die Gesundheitsbelastung der Arbeiter ist nicht nur stressbedingt, hinzu kommen noch die giftigen Chemikalien die beim Bleichen oder Färben der Stoffe entstehen.
Mindeststandards, wie soziale Absicherung bei Krankheit, Verbot illegaler Kinderarbeit, gesetzliche Mindestlöhne, maximale Wochenarbeitszeiten und die Zulassung gewerkschaftlicher Organisationen werden nicht beachtet. Egal in welchem Land oder auf welchem Kontinent, Menschen sind immer bestrebt ihre Existenz zu sichern. Deshalb sollte man als Verbraucher darauf achten die Kleidung von Herstellern zu beziehen die soziale Mindeststandards einhalten. Zeichen für die Einhaltung solcher Mindeststandards ist das FairTrade Zeichen.

 

SECONDHAND statt Mülleimer


Kleidungsstücke die nicht mehr getragen werden, nur noch in unseren Schränken liegen, sollten nicht in den Mülleimer geworfen werden. Genau wie Lebensmittel gehört auch Bekleidung nicht in den Müll, insofern sie noch tragbar ist. Häufigster Grunde, warum wir unsere Kleidungsstücke nicht mehr tragen ist die schnelle Entwicklung der Modeindustrie. Was heute noch „In“ ist, kann bereits im nächsten Jahr aus der Mode sein. Doch dies bedeutet nicht, dass die Kleidung „schlecht“ oder „unbrauchbar“ ist.

Mehr als 750.000 Tonnen Gebrauchtkleidung werden jedes Jahr in Deutschland abgegeben. Oft ist aber nicht zu durchschauen, wer hinter einer Kleidersammlung steckt und was mit der gesammelten Kleidung geschieht. Deshalb hat der Dachverband FairWertung Standards für ein faires Sammeln und Verwerten von Gebrauchttextilien entwickelt. Mehr als 100 Organisationen haben sich bereits auf diese Standards verpflichtet. Ihre Sammlungen sind am Zeichen FairWertung auf Sammelzetteln oder Containern zu erkennen. Das Zeichen FairWertung bietet Orientierung für Verbraucherinnen und Verbraucher, die bei Kleidersammlungen be­wusst handeln wollen. Mehr Informationen unter www.fairwertung.de

Grundsätzlich sollten Sie sich immer informieren, an welche Organisationen sie ihre Kleidung spenden. Nicht jede Organisation die mit karitativen Zwecken wirbt ist auch seriös. Häufig stecken hinter solchen karitativen Sammlungen gewerbliche Firmen.

 

Im folgenden einige Tipps wie Sie Ihren Kleiderschrank nachhaltig füllen:

  • Achten Sie auf (Baumwoll-) Textilien die mit dem Kürzel kbA gekennzeichnet sind
  • Achten Sie stets auf das FairTrade Siegel
  • Geben Sie Kleidung für die sie keine Verwendung mehr haben in den Altkleidersack oder an ein Secondhandladen
  • Informieren Sie sich darüber welche Organisationen karitativ und seriös sind
  • Wenn möglich, kaufen Sie Ihre Kleidung in Secondhandläden

Auch in der Rubrik Bekleidung gibt es verschiedene Gütesiegel, mit deren Hilfe die Konsumenten erkennen können ob ihre Kleidung „sauber“ hergestellt wurde.
Anschließend finden Sie noch einige interessante Links, welche Ihnen einen Überblick über Hersteller geben, die ökologische und soziale Kleidung verkaufen.
www.fairwear.org
www.avocadostore.de
www.armedangels.de
www.manomama.de
www.fair-queen.de

 

1. Jeans

Machen Sie sich schlau!
Tipps


  • Bevorzugen Sie Jeans aus kontrolliert biologischem Anbau oder Biobaumwolle! Der Wassereinsatz ist niedriger und es dürfen keine Pestizide eingesetzt werden.
  • Ideal ist es, wenn die Jeans gesteppte Nähte statt Nieten hat und die Knöpfe aus Kokosnussschale statt aus Metall sind.
  • Wählen Sie Textilien, die unter menschenwürdigen Bedingungen genäht wurden.
  • Achten Sie auf schadstoffgeprüfte Textilien! Hier wird sicher gestellt, dass keine problematischen Stoffe in der Kleidung vorhanden sind.
  • Better raw than used! Damit die Jeans den „Used-Look“ erhalten, werden sie häufig mit chlorhaltiger Lauge gebleicht.
  • Meiden Sie „Easy-Wash“-Jeans mit Textilzeichen wie „bügelfrei“ oder „pflegeleicht“. Diese Textilzeichen weisen darauf hin, dass Kunstharze in den Stoff eingelagert wurden. Kunstharze verhindern das typische Knittern und Einlaufen bei Kunstfasern.
  • Achten Sie auf Gütezeichen!
  • Informieren Sie sich, zum Beispiel im Internet, über die Produktionsbedingungen des Herstellers. Hier erfahren Sie unter anderem, ob er den fairen Handel unterstützt.
  • Die Textilindustrie ist undurchsichtig! Jeder könnte Biobaumwolle angeben, auch wenn davon nur ein geriner Teil beigemischt wird.
Hier gelangen Sie direkt zum Online-Shop:
- www.vivanda.de
- www.fairtradebar.com
- www.bierbach-textildruck.de
- www.hessnatur.com/Naturmode
- www.facebook.com
- www.stoffe-zanderino.de


2. Oberbekleidung

Tipps

  • Achten Sie darauf, dass die Kleidung sozialverträglich hergestellt wird, also ohne Kinderarbeit.
  • Bevorzugen Sie Bio-Qualität. Die Bekleidungskette C & A gehört weltweit zu den größten Abnehmern von Bio-Baumwolle.
  • Entlasten Sie die Umwelt, indem Sie nicht für jeden Modetrend das passende Outfit im Kleiderschrank haben.
  • Geben Sie Kleidung, die Sie nicht mehr anziehen der Altkleidersammlung. In der Liste unter www.fairwertung.de zu finden, erfahren Sie, für welche Sammelprojekte Ihre Kelidung verwendet wird.
  • Das Buch „Saubere Sachen. Wie man grüne Mode findet und sich vor Öko-Etikettenschwindel schützt“ von der Textil-Expertin und langjährigen Greenpeace-Redakteurin Kirsten Brodde gibt Ihnen weitere Informationen. Unter www.gruenemode.de bloggt sie regelmäßig zum Thema.
  • Beachte: Auch Jeans, die chemisch gebleicht wurden, dürfen das Etikett 100 Prozent Biobaumwolle tragen.
  • Wähle auch mal andere Naturfasern wie Flachs oder Hanf (Leinen), denn Baumwolle benötigt sehr viel Wasser.
  • Das beste Siegel ist das GOTS-Siegel (Global Organic Textile Standard). Kleider mit diesem Siegel erfüllen die höchsten Ansprüche an ein umweltfreundliches Kleidungsstück, von der Pflanzung, über die Ernte, bis zur Verarbeitung.
  • Was bei fast allem gilt, gilt auch bei der Kleidung – Weniger ist mehr!
  • Vermeiden Sie Kleidung aus konventioneller Herstellung. In der Produktion eines einzigen handelsüblichen T-Shirts stecken rund 150 Gramm Pestizide und Insektizide und rund 2000 Liter Wasser. Außerdem belastet ein konventionell hergestelltes T-Shirt die Atmosphäre mit 32,3 Kilogramm Kohlendioxid, ein Bio-Shirt nur mit 6,5 Kilogramm.
  • Bio-Baumwolle wächst dagegen auf giftfreien Äckern und schützt so die Farmer und die Umwelt. Desweiteren sind die fruchtbaren und humusreichen Böden in der Lage, viel überschüssiges Kohlendioxid aus der Atmosphäre zu binden und bremsen so den Klimawandel.
Hier gelangen Sie direkt zum Online-Shop:
- www.vivanda.de
- www.fairtradebar.com
- www.bierbach-textildruck.de
- www.hessnatur.com/Naturmode
- www.facebook.com
- www.stoffe-zanderino.de


3. Schuhe

Wussten Sie, dass gerade die Schuhindustrie zu den umweltschädlichsten und energie-intensivsten Branchen der Welt gehört?!
Tipps


Informieren Sie sich vor dem Kauf! Folgende Fragestellungen sollen Ihnen dabei helfen.
  • Aus welchen Materialien bestehen die Schuhe? Wie wurden dafür die Rohstoffe angebaut?
  • Beachtet der Hersteller ethisch-ökologische Grundsätze, sowohl bei der Herstellung, der Produktion als auch bei den Arbeitsbedingungen?
  • Besteht die Sohle aus synthetischem Material oder aus Naturkautschuk?
  • Riechen die Schuhe künstlich?
  • Sind die Schuhe recyclingfähig?
  • Ist die Verpackung umweltfreundlich?
Bevorzugen Sie Schuhe aus dem eigenen Land. In Fernost gibt es nicht nur unmenschliche Arbeitsbedingungen, auch auf die Umwelt wird nur wenig Rücksicht genommen
Weniger ist mehr!
  • Um eine Tonne Haut zu circa 250 Kilo Leder zu verarbeiten, sind 500 Kilo Chemie nötig. Davon gilt die Hälfte als unverwertbarer Abfall.
  • Auch bei Stoffschuhen sieht die Umwelt- und Energiebelastung nicht viel besser aus. Ein Fünftel aller weltweit verwendeten Pestizide landen in der Baumwollproduktion.
  • Für die Herstellung von Schuhen werde enorme Mengen an Süßwasser benötigt
  • Besonders Turnschuhe enthalten gesundheitsschädliche Substanzen wie Klebstoffe. Durch Wärme und Schweißbildung gelangen sie in die Haut.
Wählen Sie Sneaker aus umweltverträglichen und natürlichen Materialien (Biobaumwolle, Naturkautschuk, Naturleder) sowie aus recycelten Geweben und Produkten.
Fragen Sie beim nächsten Schuh-Kauf, ob das Leder mit Chromsalzen gegerbt wurde. Diese Salze sind hochgiftig, extrem schwer abbaubar und verseuchen das Grundwasser! „Je größer die Nachfrage, desto eher werden die Hersteller umdenken und auf umweltverträgliche Gerbverfahren umsteigen!“

Hier gelangen Sie direkt zum Online-Shop:
- www.vivanda.de
- www.hessnatur.com/Naturmode
- www.facebook.com


Mehr Informationen unter: - www.helvetas.ch/Biobaumwolle




Quelle:www.utopia.de

 

 



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