Nachhaltiger Einkauf

Fischfang

Nachhaltiger Fischfang bedeutet, dass nur so viele Fische gefangen werden dürfen, wie auf natürlichem Weg wieder nachwachsen können. Leider sieht die Realität ganz anders aus. Bereits ein Viertel aller Fischbestände sind heutzutage überfischt. Weitere 53 Prozent der Bestände werden maximal genutzt, und deshalb macht es sich der WWF zur Aufgabe, die nachhaltige Fischerei mit dem MSC-Siegel zu fördern. 1996 gründete der WWF mit dem damals größten Fischverarbeiter Unilever, den Marine Stewardship Council (MSC). Sinn und Zweck dieser Organisation ist, dass sich Fischereiunternehmen, welche sich zu einer nachhaltigen und Umweltverträglichen Fischerei verpflichten, das MSC-Logo erhalten. Damit wird garantiert, dass beim Fang eines Fisches, der Bestand nicht gefährdet, kein überflüssiger Beifang mitgefischt, und der Lebensraum nicht zerstört wurde. Das folgende Bild zeigt den klassischen Fischfang, ohne Rücksicht auf die Bestände.

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Quelle: Uwe Wagschal / pixelio.de
www.pixelio.de

Mittlerweile ist der MSC die größte Zertifizierungs- Organisation für umweltverträgliche Fischerei weltweit. Rund 7 Prozent der weltweit gefangenen Wildfischmengen, dies entspricht in etwa sechs Millionen Tonnen Fisch stammen aus MSC-Fischereien. Mit einem Anteil von 47 Prozent hat Deutschland den größten Marktanteil an MSC-Produkten. Mehr als 12000 MSC-gekennzeichnete Fisch- und Seafood- Erzeugnisse gibt es bereits weltweit. Davon ungefähr 3500 in Deutschland. Der Marktanteil der umgesetzten MSC-Produkte beträgt im Jahre 2010/11 2,5 Milliarden US-Dollar.

Vor allem das Engagement des Unternehmens EDEKA für nachhaltige Fischprodukte, welches vom WWF unterstützt wird hat seit dem Jahre 2009 dazu beigetragen, dass sich der Anteil von zertifiziert umweltschonenden Fischereien in Deutschland mehr als verdreifacht hat. Mittlerweile werden 76 Prozent der EDEKA-Fischeigenmarken aus nachhaltigen Quellen bezogen, während es im Wildfischbereich bereits 87 Prozent sind.

Ein Ziel der Umweltstiftung ist es vor allem in den nächsten Jahren, weitere Firmen zu überzeugen, für eine nachhaltige Fischerei einzutreten. Zudem trägt der WWF dazu bei, dass Kritik am MSC angenommen, umgesetzt wird und dies so zu weiteren Verbesserungen des Zertifizierungssystems führt. Das Hauptziel des WWF besteht darin, dass Verbraucher möglichst bald beim Einkauf nur noch nachhaltige Fischprodukte vorfinden. Bereits jetzt gibt es Ratgeber, die ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit im Einkaufswagen setzen. In dem Ratgeber „Einkaufsratgebers für Fische und Meeresfrüchte“, bewertet die Umweltstiftung rund 70 handelsübliche Arten nach ökologischen Kriterien wie Fangmethoden und Bestandsentwicklung. Das folgende Bild zeigt einen nachhaltig geplanten Fischbestand.

Produkte aus bedrohten Fischarten oder umweltschädlichem Fischfang sollen auf schnellstem Weg aus allen Regalen genommen werden. Auf Thunfisch und Lachs sollte man verzichten, da diese besonders von Überfischung bedroht sind. Es ist jedoch keine Lösung auf Pangasius zurückzugreifen, da diese Fische auf engstem Raum herangezüchtet werden. Bei Karpfen, Welse und Heringe kann man bedenkenlos zugreifen.

Den dazugehörigen Artikel finden Sie hier!

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